Story: Der Swiss Singjay Clash im Rückblick, ein kurzes Interview mit dem Sieger und viele Videos

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Niemand wusste so genau was uns da erwarten würde. Ein Singjay Clash in der Schweiz gab es noch nie und ob es funktionieren würde das konnte niemand vorhersagen. Und um es gleich vorneweg zu nehmen. Ja es hat funktioniert und wie. Es gab harte Fights, heftige Niederlagen, Überraschungen mit denen niemand gerechnet hatte und vor allem gab es auf der Bühne Battles, die den Namen Clash wirklich verdient haben. Wer die Befürchtung hatte, dass ein Clash in der Schweiz zu einem Freestyle Wettbewerb verkommt, der irrte sich gewaltig. Was am vergangen Samstag in der Kulti passierte war Krieg und Entertainment auf höchsten Niveau. Aber der Reihe nach!

Die Anspannung war von Anfang an spürbar. Die Stimmung im Backstage war gut aber auch sehr sehr ruhig, Immerhin war die halbe Reggaeszene da versammelt und man hätte denken können es fliegen schon richtig die Fetzen. Im Saal sammelten sich die Clashfans und der Startpunkt rückte immer näher. Noch wusste niemand was auf der Bühne genau passieren würde.

Um 23:15 ging es los mit der Introduction Round. Und diese gab erste Fragezeichen auf. Zwar performten alle Künstler gut, doch noch traute sich keiner den Clash auch lyrisch so richtig zu starten. Dies änderte sich dann aber bereits in der ersten KO Runde. Doch zuvor gab es noch die Ansage, das Triba krank sei und es nicht an den Clash geschafft hatte. Um den Ablauf beibehalten zu können, wählte der Host kurzerhand zwei Singjays aus dem Publikum, die sich um den frei gewordenen Platz battlen konnten. Es kämpften dabei ET von Etobasi gegen Convict Biggy und das Publikum entschied ziemlich klar. Es wollte noch mehr von Biggy sehen.

Er war es dann auch, der gleich den ersten Fight regulären zu bestreiten hatte. Dies gegen Baba The Fayahstudent welcher keine Mühe mit Biggy hatte und die erste Runde noch relativ locker und ohne direkten Angriff auf Biggy gewann.

httpv://www.youtube.com/watch?v=WUk68MIeDJw

Danach ging es weiter mit Chris Obasi gegen Collie Herb. Und hier zeigte sich das eine gute Vorbereitung alles war. Collie wirkte überrascht von Chris direkten Angriffen. Mit guten und treffsicheren Lyrics stellte er Collie in den Schatten und gewann seine erste Runde ebenfalls relativ locker.

httpv://www.youtube.com/watch?v=c_vfHOKepHU

Razor gegen MG Florentine stand dann als nächstes auf dem Programm und hier vermochte Roots Sänger MG Florentine mit sehr guten Raggamuffin Styles doch nochmals zu Überraschen. Doch seine Art war dann doch etwas zu ruhig und Razor Brankata steckte diesen Sieg locker in die Tasche.

httpv://www.youtube.com/watch?v=4-GRAsXQcQ0

Aufmerksame Singjay Clash Fans freute dies besonders, den bereits im Vorfeld war zwischen Baba The Fayhstudent und Razor Brankata ein kleiner Internetclash entstanden und mann wollte die beiden nun unbedingt auch Live aufeinander treffen sehen.

Doch als nächstes stand die wohl grösste Überraschung des Abends auf dem Programm. Vom Host angekündigt wurde der Kampf Bondaa, mit grossem Heimvorteil, gegen den noch sehr unbekannten Junior Bardo. Auf den jungen, leicht schüchtern wirkende Rasta Singjay hätte wohl niemand grosse Summen gewettet, doch es kam alles ganz anders. Vom ersten Ton an griff er Bondaa direkt an, punktete mit gelungenen Reims und er zeigte eine Bühnenpräsenz, die so wohl keiner von ihm erwartet hätte. Bardo war in Killing Laune und Bondaa damit ziemlich überfordert. Er verlor beide Runden klar und machte damit Bardo zum Überflieger schlechthin.

httpv://www.youtube.com/watch?v=NfnAACQUwco

Nun war die erste Runde beendet und im Spiel waren noch:
Chris Obasi
Baba The Fayahstudent
Junior Bardo
Razor Brankata

Als nächstes kam ein kurzes Showcase von den beiden Gideon Artist’s Redwan Fayahwan und Cookie The Herbalist. Die beiden liessen es sich nicht nehmen und heizten die Stimmung noch mehr an. „Is this waaaaaar tonight?“ fragte Cookie immer wieder und zusammen performten sie einige harte Dancehall Nummern.

Nachdem Sieg von Junior Bardo war der Damm gebrochen und die Kämpfe wurden definitiv härter. Vor allem da das nächste Duell der langersehnte Fight zwischen Razor und Baba war. Baba der sich mit einem schwarz weissen Nadelstreifen Anzug und einem dazu passenden Stock mit eingebauter Pistole ganz als Don Dada präsentierte, legte nochmals einen drauf in Sachen Entertainment und brachte einen Grabstein für Razor mit auf die Bühne. Und dann ging es los. Face to Face hauten sie sich die Sätze um die Ohren. Der Clash hatte nun so richtig begonnen und die Stimmung im Saal war grandios. Beide Singjays punkteten mit ihrer Performance aber der Sieger war schnell klar. Baba zog als erster ins Finale ein.

httpv://www.youtube.com/watch?v=FQUT2pEtk6Y
httpv://www.youtube.com/watch?v=UlONb9bdAOY

Das zweite Halbfinale war Etobasi gegen Junior Bardo und ja. Junior Bardo erfühlte die entstandenen Erwartungen auch in seinem zweiten Battle. Zwar verlor er gegen den doch noch etwas aggressiveren und textlich sehr versierten Chris Obasi nach zwei Runden, aber er blieb der Sieger der Herzen. Sportlich nahm er seine hart um kämpfte Niederlage hin und überlies Chris Obasi den Platz im Finale. Chris war wohl nicht für alle ein Anwärter auf den Pokal gewesen, sind seine regulären Songs doch meist sehr positiv und fröhlich, doch er zeigte an diesem Abend was wirklich in ihm steckte.  Er war anpassungsfähig wie kein zweiter, seine Lyrics trafen die Gegner hart und er war nie um einen Diss verlegen. Seine Performance war die eines erfahren Künstlers und das Publikum liebte ihn. Doch nun wartete sein schwerster Job auf ihn. Don Baba gegen Chris Obasi. Das Finale stand vor der Türe.

Das Video Hierzu fehlt noch.

Das Finale über drei Runden war ein Genuss für alle Clashfans. Die beiden Singjays schenkten sich nichts. Ihnen war die Wut anzusehen und die Energie die entstand schwappte per sofort aufs Publikum über. Auf der Bühne kämpften die beiden mit allen erlaubten Mitteln. Sie schenkten sich nichts und nach zwei Runden stand es Eins zu Eins unentschieden. Die Jury musste bei allen Votings mithelfen, den es war verdammt knapp. Die Halle war zweigeteilt in Baba und in Chris Fans. Die letzte Runde entschied dann Chris für sich, wiederum punktete er mit eineigen sehr gezielten und gut ausgedachten Seitenhiebe, wenn diese bei Baba auch wenige Verwirrung stiften konnte. Er seinerseits schien viel über seinen Gegner zu wissen, und hatte ebenfalls gute Argumente am Start. Doch das Publikum entschied für Chris Obasi und wie schon den ganzen Abend hindurch, war auch dieser Entscheid sehr fair.

httpv://www.youtube.com/watch?v=3Yk7zlorz50

httpv://www.youtube.com/watch?v=lxO6MaXiwPA

httpv://www.youtube.com/watch?v=tLLaTgFFJTw

httpv://www.youtube.com/watch?v=slAFKgz2sRE

Mann kann zum Schluss sagen, dies war ein energiegeladener Abend mit harten Fights, gelungenen Überraschungen und vor allem war es ein Event, der den Namen Clash zurecht trägt. Chris Obasi wird den Pokal nächstes Jahr verteidigen müssen und wir hoffen doch jetzt schon, das dann neben den vielen top motivierten Newcomers, auch der ein oder andere bekannte Namen mitmachen wird. Denn der Event ist von R3V Promotion super organisiert, die Stageshow ist einmalig und die Schweizer Reggaeszene mehr als ready für einen eigenen jährlich Kampf der Titanen. Wer die Trophy von Chris haben will, kann sich jetzt bereits darauf einstellen. Das Datum für den Swiss Singjay Clash 2013 wird demnächst bekannt gegeben.

Ob ChriObasi den Titel wirklich verteidigen wird, beantwortet er euch hier gleich selber:
Gratuliere! Du Hast den ersten Swiss Singjay Clash gewonnen. Wie hast du den Event erlebt und war es so wie du es erwartet hast.

Vielen Dank! Der Singjay Clash war ein super Erlebnis, das mir viel Spass machte und allen Anwesenden beste Unterhaltung bot. Das Publikum fieberte bis zum Schluss mit und es war eine unglaubliche Energie im Raum.
Ich denke, niemand wusste genau, was ihn am Clash erwartet, am Ende war der Anlass aber eine grosse positive Überraschung. Ich danke den Veranstaltern für diese Plattform und freue mich riesig über meinen Sieg!

Wo steht dein Pokal nun und was bedeutet er dir?

Der Pokal steht zurzeit noch auf meinem Küchentisch, heute Abend werde ich ihn aber mit ins Studio nehmen. Er gibt mir zusätzliche Motivation, musikalisch aktiv zu bleiben und frische, neue Songs zu produzieren.
In diesem Zusammenhang kann ich auch verraten, dass im Dezember 2012 die neue Etobasi-EP „Fernweh“ erscheinen wird, auf der ET Also und ich modernen schweizerdeutschen Dancehall präsentieren.

Deine Gegner haben dir nichts geschenkt und es wurde mit harten Worten gekämpft. Erzähl uns mal wie es Backstage war nach der Show. Hast du mit deinen Gegner gefeiert oder war es eher angespannt.

Backstage war die Atmosphäre während des ganzen Abends sehr angenehm. Alle Singjays warteten zusammen in einem Raum und es wurden Kontakte geknüpft, Gespräche über Musik geführt und Injera gegessen. War sehr cool, und auch nach dem Clash waren alle sehr fair, haben mir gratuliert und mit mir gefeiert. Aber: während wir auf der Bühne standen, waren die freundlichen Worte vergessen und es war Krieg angesagt. 😉

Du wirst den Titel nächstes Jahr verteidigen. Gibt es schon etwas das du deinen Herausfordern sagen willst?

Weisst du, die Veranstalter sagten mir, es sei ein Wanderpokal. Das wage ich allerdings zu bezweifeln, denn es ist ein Pokal, der bei mir bleibt!
Ich kann meinen Herausforderern also nur raten, sich gut vorzubereiten und dieses Mal sollten sie Chris Obasi besser auf ihrer Rechnung haben. 😉
Zum Schluss noch ein grosses Dankeschön an alle, die den Clash möglich gemacht haben: Kulti Wetzikon, r3v Promotion, die Band Liberators, Moderator Giuzz, alle Singjays und natürlich das Publikum. Respect!

PS: Sollten hier der Ablauf nicht 1zu1 der Wirklichkeit entsprechen, liegt es wohl daran das der Event es einfach nicht zuliess, ruhig daneben zu stehen und alles aufzuschreiben. Zu gross war die Action auf der Bühne und kleine Fehler bitte ich zu entschuldigen 😉

Für die Videos bedanken wir uns ganz herzlich bei Omid von Mellowdee Music.

 

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