Interviews: Dub Spencer & Trance Hill

Reggae

Das Luzerner Quartett Dub Spencer and Trance Hill meldet sich nach nur einem Jahr zurück mit neuem Album. „The CLASHification of Dub“ wurde Ende Februar über das renommierte Dub-Label Echo Beach veröffentlicht. Grund genug dem Gitarristen Markus Meier per Mail ein paar Fragen zukommen zu lassen….

Euer letztes Werk bestand schon ausschliesslich aus Coverversionen, ebenso jetzt das neue Album ‚The Clashification of Dub‘ ? Wieso habt ihr nicht wieder eigene Songs entwickelt und was ist fasziniert euch ganz generell an Coverversionen?
THE CLASH sind eine Kultband mit Affinität zum Reggae, da konnten wir nicht widerstehen. Uns hat das nachspielen von Songs nie interessiert. Uns geht es darum die Songs in unsere eigene Sprache und Soundästhetik zu übersetzten. Und wir freuen uns natürlich schon sehr auf die nächste Platte, welche wieder aus eigenen Songs bestehen wird. Wir werden im Herbst wieder ins Studio gehen.

Eine Dubband, die ein Cover-Album rausbringt, ist bestimmt attraktiv für Journalisten, die sonst nichts mit Reggae am Hut haben. Wie hat sich das in der Medienresonanz zum letzten Album geäussert?
Wir durften schon immer ein gutes Medienecho…echo…echo…echo… geniessen. Nicht zuletzt weil wir mit Echobeach ein gutbeachtetes Label im Rücken haben. Es ist allerdings sehr lustig zu „The CLASHification of Dub“ auch Kritiken aus Punk-Kreisen zu erhalten. Zumal auch die positiv sind 🙂

Wieso gerade The Clash? Seit ihr alle grosse Fans dieser legendären englischen Punk-Band oder musste jemand in der Band zuerst noch überzeugt werden?
Wer kennt denn Clash nicht??? Ich muss allerdings zugeben, dass ich nicht alle Songs, welche es letztlich auf die Platte geschafft haben von vorneherein gekannt habe.

Dub Spencer and Trance Hill – London Calling

The Clash – London Calling (1979)

Was war die grösste Herausforderung bei der Interpretation der rauen Punk-Songs?
Es war das gleiche Problem wie bei der vorangegangenen Cover-CD „Riding Strange Horses“: Wie spielen wir Songs, die schon dermassen abgelutscht sind, dass man sie eigentlich nicht mehr covern darf?
Die Sache war für uns etwas einfacher als für die meisten Komm-Wir-Machen-Ein-Cover-Und-Werden-Reich-Bands, weil wir keinen Hit produzieren wollten. Wir fühlten uns bei der Interpretation sehr frei und konnten mit viel Humor ans Werk gehen. Den Song, bei welchem der Mensch sich nicht entscheiden kann zu gehen oder zu bleiben erkennt man so nicht auf den ersten Blick. Man kann also getrost liegen bleiben und sich sagen: Easy, morgen ist auch noch ein Tag…

Euer Sound ist eher traditionell. Mit welcher Technik entsteht bei euch der typische Dub-Sound? Wir wollten mit diesem Album tatsächlich dem Roots-Dub unsere Ehre erweisen. Quasi als gesunden Kontrast zu „Riding Strange Horses“, welches schon sehr modern klingt. Allerdings spielen wir unsere Songs immer live ein. Es gibt praktisch keine Overdubs, Computersounds, Beats usw. Der ganze psychodelische Space kommt aus unseren Fingern und den ca. 300 Effektgeräten 🙂
Die meisten modernen Dubproduktionen entstehen heute im Computer. Wir sind aber vor allem eine Live-Band. Wir klingen Live mindestens so gut wie im Studio.

Ihr habt das Album in euren eigenen vier Wänden aufgenommen. Unterscheidet ihr überhaupt noch zwischen Probe-Sessions und Aufnahmen fürs Album oder wird bei euch einfach gejamt?
Es wird vor allem wenig geprobt 🙂 Neue Songs entstehen eigentlich nur bei den Aufnahmesessions. Klar gibt’s da auch ein paar wenige Proben um neue Ideen zu sammeln. Aber bei der Aufnahme wird viel gejamt.

Wie ist denn bei den Auftritten: Wieviel ist einstudiert und wieviel frei improvisiert?
Die meisten Songs haben einen abgemachten Anfang und Schluss mit sehr viel Improvisation dazwischen. Es gibt allerdings keine Solo-Orgien. Weniger ist mehr und Groove ist das oberste Prinzip! d.h

DUB SPENCER AND TRANCE HILL LIVE
26. März Jazzkantine Luzern (Plattentaufe)
05. April Exil in Zürich
09. April Merkker in Baden
09. Juli Free for peace Festival bei Brugg
30. Juli Face The Sun Festival bei Magglingen

Reggae