Interview: Sille meldet sich zurück mit „Kaleidoskop – #FremdiErdeFremdiGschichte

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sille_kaleidoskop_fremdierdefremdigschichteSille ist zurück: Nach rund einem Jahr Sendepause verschickt der Zürcher Mundartsänger nun ein Lebenszeichen mit seinem neuen Mixtape „Kaleidoskop – #FremdiErdeFremdiGschichte“.  Auf aktuellen Modern-Roots-Riddims liefert Sille seine eigene Songs ab, remixt Silla’s „Chilling In Chile“ auf dem Nylon Riddim zu „Min Name esch Sille“, liefert einen Part ab zu Snoop Lion’s „Lighters Up“ und verzürideutscht den „Chillspot“ zum „Lieblingsplatz“. Insgesamt sind 20 Stücke zusammengekommen mit einer Laufzeit von 69 Minuten, gemixt vom Luzerner Uppressor Sound.

Wir haben Sille zu „Kaleidoskop“ ausgefragt. Mehr Infos im Interview, der Download-Link zum Free-Mixtape am Ende des Artikels zu finden.

 

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Nach einer sehr intensiven Phase als Duo „Bondaa & Sille“ mit vielen Gigs, wurde es ruhig um dich und es gab bis auf ein, zwei Ausnahmen keine Shows und keine neuen Songs. Hast du trotzdem die ganze Zeit im Stillen an neuem Material gearbeitet oder komplett eine musikalische Pause eingelegt?

Die erste Zeit habe ich mir wirklich eine kleine Auszeit genommen. Doch trotzdem war ich ständig damit beschäftigt, Texte zu verfassen und Melodien auf meinem Klavier zu schreiben. Musik ist etwas das mich ständig begleitet, darum kann ich mir eine komplett „musikfreie“ Zeit gar nicht vorstellen. Doch richtig aktiv für mein neues Projekt, welches am 30. August erschien, fing ich an vor ca. einem Jahr im Studio zu arbeiten

Du hast am 30. August dein neues Mixtape „Kaleidoskop – FremdierdeFremdiGschichte“ veröffentlicht. Stell uns das Teil doch in eigenen Worten vor.

„Kaleidoskop: #FremdierdeFremdiGschichte“ ist ein sehr persönliches Mixtape, und das ambitionierteste Projekt das ich – zusammen mit Selecta Iray von Uppressor’s Sound – jemals auf die Beine gestellt habe. Nach einem kleinen Abstecher in die eher popigen gebiete von Reggae und Dancehall, welcher ich mit Bondaa durch das Projekt „Chameleon“ gewagt habe, bin ich jetzt wieder voll und ganz dem Modern Reggae verfallen. Ich habe 20 neue Lieder geschrieben. Teils auf älteren Riddims, die ich mir schon immer gewünscht habe zu voicen, teils aber auch auf ganz aktuellen, brandneuen Instrumentals. Natürlich werden auch Dancehall Fans nicht enttäuscht werden. Insgesamt ist es ein sehr vielseitiges Projekt geworden. Dank dem guten Mix der einzelnen Lieder und den Übergängen, für welche sich Selecta Iray verantwortlich zeigt, zieht sich trotz der Unterschiedlichkeit der Tunes ein Roter Faden durch das ganze Tape.

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Was hast mit dem Titel auf sich?

Kaleidoskop bezieht sich auf die Vielseitigkeit, die Farbenvielfalt, die mein neues Projekt an den Tag legt. Dies ist aber nicht der eigentliche Titel des Mixtapes, sondern fungiert quasi als Überbegriff für eine neue SIlle Ära. #FremdiErdeFremdiGschichte ist der Titel des Mixtapes, wie auch der des Eröffnungssongs. Es beschreibt die Lage, in der ich mich im Moment befinde, da ich mich vorbereite für ein Jahr auf Reisen zu gehen um eine mir noch Fremde Erde zu entdecken.

Vorher arbeitest du im Duo, nun bist du selbst verantwortlich für Musik & Text. Wo lagen die Herausforderungen alleine zu arbeiten und was war einfacher?

Die Herausforderung ist, dass man auf sich alleine gestellt ist und keinen zweiten Mann im Rücken hat, der einem Tipps geben kann oder ein Feedback zu einem Song. Oftmals arbeitet man Wochenlang an einem Titel, bis man selbst den Durchblick verliert, was wirklich gut ist und was nicht. Dabei hat mir aber Selecta Iray sehr geholfen und stand mir als Berater ständig an meiner Seite.

Einfacher ist es natürlich dadurch, ein sehr persönliches Thema zu vertexten, da man nicht alles von einem zweiten Duettpartner absegnen lassen muss, und selbst entscheiden kann, wie ein Song aufgebaut, gesanglich umgesetzt und geschrieben sein soll. Ich konnte mich in jedem Song verwirklichen und hatte mehr Freiheiten als noch früher im Duo.

Wenn du deine ersten Songs vergleichst mit dem neuen Material vom Tape, wo siehst du die grössten Entwicklungen?

Ich habe meine Stimme in den letzten Jahren sehr ausgebaut, erreiche gesanglich nun fast eine Oktave höhere Sphären, was sich natürlich positiv auf die neuen Songs auswirkt. Die grösste Entwicklung sind die Songthemen. Da ich nun ein Solo-Artist bin, sind die Texte viel persönlicher geworden. Ich habe bei meinen Songs den Anspruch, dass jeder Tune ein anderes Thema anspricht. Wenn ich mir ein Album anhöre, stört mich oft, dass die Themenwahl sehr beschränkt ist. Ein Release beinhaltet dann 5 Love Songs, 5 Weltverbesserungs Songs und noch einen Anti Social Media Song, weil das im Moment ja „in“ ist. Diese Schemen wollte ich mit meinem Mixtape brechen.

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In diesen Tagen kommt nicht nur dein Mixtape raus, du verreist auch für eine längere Zeit. Wo gehst’s hin und warum kommt das Mixtape genau jetzt raus?

Ich werde ein Jahr verreisen um die Welt zu entdecken, neue Erfahrungen sammeln und viel Texten und Komponieren. Hauptsächlich werde ich in den USA, Mittel- und Südamerika und Asien sein. Natürlich werde ich in diesem Jahr nicht ganz vom Erdball verschwinden und werde alle stets auf Facebook an meiner Reise teilhaben lassen.

Manche werden sich fragen, ob dies ein guter Zeitpunkt ist eine CD heraus zu bringen. Für mich war es aber wichtig, dass alle Fans und die ganze schweizer Reggae Szene weiss, dass ich noch hier bin und gute Musik produziere. Ich denke 20 Songs sind eine mehr als zufriedenstellende Entschuldigung dafür, dass ich jetzt ein Jahr lang nicht auftreten werde. Ausserdem habe ich einige grosse Überraschungen geplant, von denen ihr noch während meiner Abwesenheit hören werdet.

„Kaleidoskop – #FremdiErdeFremdiGschichte“ steht ab sofort auf www.sillemusic.ch zum Freedownload zur Verfügung und ist auch als limititierte CD-Version mit 3 Bonus Tracks erhältlich.

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