Interview: Phenomden über Jamaika, die Schweiz und seine Rückkehr (inkl. Ticket Verlosung!)

Reggae

Seit Ende 2009 ist Phenomden mehr in Jamaika unterwegs als in der Schweiz und trotzdem ist es nie richtig ruhig um ihn geworden. Er ist in der Schweizer Reggaeszene ein Phenomen und schon bald haben wir ihn wieder. Nach den vielen Monaten auf der Insel bringt er nicht nur ein neues Album mit nach Hause, sondern auch viel neue Inspiration, eine frisch gewachsene Liebe zur Dancehallmusik, und vor allem auch die Energie, die Schweiz auf ein Neues richtig zu rocken. Wir haben ihn über seine Plänen und seine Erlebnissen ausgefragt und verlosen dazu folgende Tickets zu seinen Open Air Events:

2×2 Festivalpässe für das Touch The Air in Wohlen (Im Kommentar „Touch The Air“ erwähnen!)
1x 2 Festivalpässe für das Lakesplash in Twann  (Im Kommentar „Lakesplash“ erwähnen!)

Wie immer reicht uns ein einfacher Kommentar zu diesem Post und ihr nehmt automatisch an der Verlosung teil.
Die Verlosung läuft noch bis zum 30.5. 2011

Hallo Dennis. Schön das du kurz Zeit für uns hast. Wie geht es dir und vor allem wo bist du gerade?
Hoi Daniel!
Geschieht doch gerne! Für reggaenews.ch tut man eben was man kann! :=)
Ich bin gerade zu Hause in meiner kleinen Wohnung in Kingston, Jamaica. Ich wohne am Rande der Stadt in den Red Hills. Elijah wohnt grade 2 Türen nebenan. Es gefällt uns gut.

 

Wie lange warts du nun schon auf Jamaika?
Ich war einige Male auf Jamaica und hatte manchmal kürzere, manchmal längere Aufenthalte.
Nach unserem letzten Konzert von der Gangdalang Tour Ende 2009 bin ich aufgebrochen und war seit da abgesehen von kürzeren Unterbrüchen eigentlich immer auf der Insel. Ich habe mich hier gut eingelebt, vermisse aber auch mein zu Hause und meine Leute. Bald komme ich zurück in die Schweiz, freue mich schon!

 

Ok das ist eine lange Zeit und es gibt sicher unzählige Hightlights. Das eine Foto von dir mit Lady Saw an einer Promiveranstaltung hat es zumindest auch bis auf unsere Seite gechafft. Aber was war dein persönliches Highlight bisher?
Das ist eine sehr schwierige Frage! Das ist eben genau das Spezielle an Jamaica. Wenn man hier Musik macht, jagt oftmals ein Highlight das Andere. Manchmal klappen Dinge, die man vorher geplant hat nicht so gut, dafür passieren häufig unvorhergesehene Dinge, und das fährt einem dann um so mehr ein.

Aber Highlights für mich als Artist waren sicher, als mich Lady Saw während ihrer Shows für eine Gast-Perormance auf die Bühne geholt hat. Das hat sie nun schon einige Male gemacht und mich vorher nicht mal in ihre Pläne eingeweiht. Ich musste jeweils spontan reagieren und improvisieren.  (anm. der Red.: Siehe auch diesen Beitrag hier). Aber das ist Dancehall und meistens hats auch gut geklappt und ich kriegte immer eine gute Response. Einige Male konnte ich auch „Never let her go“, einer meiner ersten englischen Songs performen und der kam immer super an. Ich möchte mich weiterhin in Englisch versuchen, man kann hier einfach viel mehr profitieren und mit Leuten zusammenarbeiten und austauschen, wenn man in der gleichen Sprache singt, ist ja klar. Aber ich komme mit Englisch relativ langsam voran und bin noch nicht an dem Punkt, wie ich mir das vorstelle. Aber das macht nichts, man sagt ja: Gut Ding will Weile haben.

 

 

Gibt es Phenomden Songs nun bald auch auf Patwa oder was nimmst du für dein musikalisches Schaffen mit zurück ins kalte Alpenland?
Die eigene Sprache ist einem natürlich immer noch näher und das wird mir auch nie langweilig werden. Ich singe fürs Leben gerne unser Schweizer Patwa :=)

Du kennst nun die Reggae Szene in der Schweiz und in Jamaika. Wo fühlt sich Phenomden musikalisch zuhause?
Ich habe diese Frage auch häufig mit Elijah diskutiert. Wir haben rausgefunden, dass das Tolle an unserer Situation ist, dass eben keines der Beiden Orte „besser“ ist, als der Andere. In Jamaica können wir unglaublich viel lernen und Motivation tanken. Aber Nichts kann einen Gig vor seinen eigenen Leuten in der eigenen Mundart übertreffen.

Es ist die Kombination, die mich reizt. Ich wollte immer schon so singen, dass die Leute mich verstehen. Demzufolge war es ein logischer Schritt auf Jamaica anfangen in Englisch zu singen. Und wenn man dann wieder zurück kommt und einen Song in der eigenen Sprache schreibt, geht man anders ran als zuvor. Ich glaube meine Englisch-Ausflüge bereichern mein schweizerdeutsches Schreiben, das hätte ich zuvor nie gedacht. Nur schon wegen dem hat es sich gelohnt diese Grenze zu überschreiten und einmal ein paar Songs in Englisch zu versuchen.

Ausserdem arbeite ich zur Zeit zusammen mit den Scrucialists an meinem nächsten Album. Wir machen das in Basel in deren eigenem One Drop-Studio. So gesehen fühle ich mich an verschiedenen Orten musikalisch zu Hause. Der Ort spielt eigentlich keine Rolle. Wenn ich die Musik fühle, dann fühle ich mich in Ihr zu Hause.

 

 


Trotz deiner langen Abwesenheit hast du dir vor kurzem in der Schweiz eine goldene Schallplatte für Gangdalang geholt. Was bedeutet dir diese Anerkennung?
Ja genau! An dieser Stelle gebe ich ein grosses Big Up raus, an alle die uns mit dem Kauf der CD supportet haben. Ist ja nicht mehr selbstverständlich in dieser Zeit, Give Thanks!

Es ist natürlich, wie Du gesagt hast, eine schöne Anerkennung. Ich habe mich gefreut. Ich denke ich habe das auch meiner Band, den Scrucialists für das intensive Touren und meinen Labels One Ton und Nation Music und Ihrer tollen Arbeit zu verdanken. Ohne ein gutes Umfeld steht ein Musiker alleine da. Nur in dem alle mitarbeiten, kann man etwas auf die Beine stellen. Ich denke oft in dieser „Wir“-Form.

 

Als Dankeschön für die goldene Platte hast du deinen Fans einen Gratis Song geschenkt und zur Feier deiner Rückkehr spielst du exklusiv 3 Festivals in der Schweiz. Einmal am Touch The Air in Wohlen, einmal am Rockfest in Schmerikon und an dem Reggaefestival Lakesplash in Twaan. Tourst du wieder mit den Scrucialists und was für Neuheiten im Programm erwarteen uns?
Wir werden einige neue Songs im Programm haben, aber wir werden auch nicht das Reggae-Rad neu erfinden, sondern in ähnlicher Form weiterfahren. Mundart-Reggae im Modern Roots Style. Umgesetzt mit der klassischen Backing-Band Besetzung und Harmony-Sängerinnen. Neu wird, dass ich ab jetzt wahrscheinlich auch einige Dancehall-Stücke im Programm haben werde. Von daher hat mich meine Jamaica-Zeit sicher auch beeinflusst. Im Gegensatz zu vielen Stimmen, die ich so höre, finde ich den aktuellen Dancehall nämlich sehr geil.

 

 

Im Winter soll dann eine Klubtour folgen. Heisst das, es gibt auch ein neues Album? Kannst du uns denn dazu schon etwas verraten?
Das Phenom-Scruschi Album sollte gegen Ende Jahr rauskommen und die Tour startet ab dann.

 

In den letzten knapp zwei Jahren ist viel passiert in der Schweizer Reggae Szene. Du hast Gold erhalten für ein Reggae Album, Dodo hat für das von ihm produzierte  Album mit Stef La Chef einen Swiss Music Award geholt, Elijah singt nun auch auf Englisch und in den letzten 10 Monaten hat Cookie The Herbalist mit einem in Patwa gesungenen Album grosses Medienfeedback erhalten, was bis vor kurzem alles noch unmöglich schien. Ich kann mich noch gut an unser gemeinsames Gespräch vor deinem ersten Viva Aufrtitt erinnern, viele Jahre ist es nun her. Damals stellten wir uns die Frage ob Reggae in diesen „Mainstream“ Kanäle stattfinden soll. Heute ist Reggae medial sehr präsent und der Underground entfaltet sich trotzdem fleissig weiter. Wie siehst du die Entwicklungen und bist du stolz deinen Teil beigesteuert zu haben?
Ja, ich mag mich auch an unsere Reasonings erinnern. Ich denke die Fragen, die ich mir damals gestellt habe, waren gut. Denn so konnte ich checken, ob ich für jeden jeweiligen Schritt ready bin. Das finde ich für jeden upcoming Artiste wichtig, unabhängig vom Musik-Stil.
Natürlich bin ich stolz mit meinen Freunden daran beteiligt gewesen zu sein, etwas Neues ins Leben zu rufen.
Ich hoffe es geht so weiter! Mein Traum ist nach wie vor eine spannende Reggae-Szene mit vielen Sängern und Deejays. Natürlich auch die Sounds, die Promoters und die Supporters, member: Es gehören alle dazu!

 

Eine letzte persönliche Frage die aber wohl viele Fans hierzulande interessiert: Wenn du heute entscheiden musst ob du in der Schweiz oder in Jamaika alt werden willst, wofür entscheidest du dich und weshalb?
Wenn ich das wüsste! Ich glaube das interessiert mich mehr als jeden Anderen! Und doch weiss ich es noch nicht. Ich denke ich werde mich häufig an verschiedenen Orten aufhalten, das gehört irgendwie dazu als Musiker und ist auch ein grosses Privileg.

 

Big up und vielen Dank für das Gespräch!
Big Up Yourself Daniel und auch alle Leser! Cool, dass Ihr auf reggaenews.ch wart! Erzählt doch Euren Freunden von dieser neuen Seite!

Herzliche Grüsse und Nuff Respect!
Phenom

Webseite: http://www.phenomden.ch